Eine herbstliche Motorradtour zum Großen Ahornboden
Das Landschaftsschutzgebiet "Großer Ahornboden" ist ein mit bis zu 600 Jahren alten Bergahornbäumen bewaldetes Gebiet im nördlichen Karwendel. Die einzigartige Kulturlandschaft entstand vor ca. 1000 Jahren und beheimatet über 2400 Ahornbäume.
Von Bayern aus ist die Region, welche am Abschluss des Risstales liegt, über eine Mautstraße, die im Winter gesperrt wird, zu erreichen. Der Große Ahornboden befindet sich kurz vor dem Almdorf Eng, das im Winter gänzlich unbewohnt und wegen Lawinengefahr kaum erreichbar ist. Die Alm ist auf drei Seiten von Bergen umschlossen, die besonders im Herbst einen prächtigen Hintergrund für die farbenfroh leuchtende Kulisse der Ahornbäume bieten.
Eine herbstliche Motorradtour zum Großen Ahornboden an einem sonnigen Tag ist sicherlich ein optischer Leckerbissen. Allerdings wissen das nicht nur Motorradfahrer. Eine Tour an Wochenenden oder Feiertagen ist möglichst zu vermeiden, denn dann wird die Engalm von unzähligen Radfahrern, Spaziergängern und Wanderern bevölkert. Zudem fahren dutzende von Bussen in Richtung Großer Ahornboden.
Tourbeschreibung
Die Tour startet bei herbstlichem Nebel in Penzberg. Über Bichl führt mich die B11 weiter Richtung Kochel am See. Über dem Kesselberg hängen dichte Wolken und die ehemalige Bergrennstrecke zeigt sich von ihrer nassen Seite. Durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h, Überholverbot und Parkplätze entlang der Auffahrt nur noch für Pkw lassen den ehemaligen Reiz dieser Traumstrecke nur noch erahnen. Zudem ist der Kesselberg am Wochenende und an Feiertagen in dieser Richtung für Motorräder gesperrt. Kurvig geht es hinunter nach Urfeld und ich bin am Walchensee. Der Himmel hat ein Einsehen und die Kraft der Sonne verdrängt die dichten Wolken.
In Wallgau biege ich dann links Richtung Vorderriss und Sylvensteinsee ab. Kurz darauf wird mir der Wegzoll in Höhe von 3,-- € für die Privatstraße bis Vorderriss abgeknöpft. Aber das kleine, kurvige Sträßchen entlang der Isar ist jeden Cent davon wert und die Rückfahrt ist in dem Tagesticket selbstverständlich bereits enthalten. Vom bayerischen Vorderriss führt die kurvige Straße dann mautfrei entlang des Rissbachs weiter in die Tiroler Gemeinde Hinterriss. Diese idyllisch gelegene Gemeinde ist die einzige ganzjährig bewohnte Siedlung im Karwendel. Schon erreiche ich das nächste Mauthäuschen und entrichte meinen Obolus für die Strecke zum Großen Ahornboden im Enger Tal. Leicht kurvig schlängelt sich die schmale Straße in Richtung Eng. Bald wird der herrliche Blick auf den Großen Ahornboden am Ende des Tals frei. Dutzende der bis zu 600 Jahre alten, knorrigen Bergahornbäume sind besonders im Herbst ein attraktiver Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen und natürlich auch für Motorradtourer. An der Enger Alm genieße ich noch den herrlichen Ausblick ins Enger Tal bis hin zur Grubenkarspitze im Karwendelgebirge bis ich das Tal wieder in Richtung Wallgau verlasse.
Wieder in Wallgau angekommen folge ich der B2 bis Mittenwald-Nord. Dort verlasse ich die Bundesstraße in Richtung Leutasch. Schön kurvig windet sich die Straße hier durch das Grenzgebiet nach Österreich. Durch das breite Tal der Leutascher Ache komme ich über Unterkirchen nach Weidach. Ähnlich wie auf einer Passstraße geht es aus Weidach hinaus und ich erreiche Seefeld in Tirol. Kurz darauf fahre ich auf der B177 den Zirler Berg hinunter und überquere anschließend den Inn. Hier im Inntal zweigt direkt das Sellraintal ab und ich genieße die herrliche Anfahrt zum Kühtaisattel. Vorbei am Rietzer Grieskogel komme ich zu den beiden Lawinengalerien kurz vor Kühtai. Gemütlich rolle ich durch Kühtai und komme am Ortsende am Speicher Längental vorbei, bevor es auf dieser herrlichen Strecke weiter nach Ochsengarten geht. Hier folge ich nicht dem weiteren Straßenverlauf nach Oetz, sondern biege nordwärts Richtung Haiming ab. Diese Strecke über den Silzer Sattel ist der Route über Oetz landschaftlich und fahrerisch vorzuziehen und bietet zudem noch eine traumhafte Aussicht ins Inntal.
Von Haiming geht’s dann auf der B171 nach Imst, den Einstieg zum Hahntennjoch. Das Joch liegt schon im herbstlichen Schatten und der, auch in trockenem Zustand nicht besonders griffige Untergrund, ist feucht. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit habe ich die Jochstraße aber für mich alleine, was natürlich auch seinen Reiz hat. Landschaftlich hat die Ostrampe des Passes allerdings keinen besonderen Reiz, außer man ist Fan einer kargen Felslandschaft. Nach Überqueren der Passhöhe auf 1894 m ändert sich das Bild allerdings schlagartig. Die dichtbewaldeten Berghänge und Wiesen des Bschlaber Tals begleiten mich hinunter ins Lechtal nach Elmen. Von hier führt die Route dann weiter durchs Lechtal nach Stanzach. Hier biege ich dann rechts ins Namloser Tal ab.
Herrliche Kurven führen durch das landschaftlich sehr reizvolle Tal hinauf bis
auf 1359 m. Die Straße lädt auch nach der Pass- bzw. Sattelhöhe bis Bichlbach zu
weiterem Kurvengeschaukel ein. Die B179 bringt mich anschließend nach Heiterwang.
Über den eigentlich nicht wahrzunehmenden Talpass Ehrenberger Klause komme ich
nach Reutte. Hier folge ich dem kurvigen Straßenverlauf zum Plansee. Die Straße
entlang des Sees ist ein Kurven- und Landschaftsgenuss von besonderer Güte.
Durch den Ammerwald komme ich zum Ammersattel, der auf einer Höhe von 1118 m
liegt. Teilweise nur leicht kurvig bietet auch dieser Tourabschnitt hundert
Prozent Fahrspaß.
Wieder Deutschen Teer unter den Rädern geht es angenehm kurvig weiter nach
Graswang. Auf der B23 fahre ich über Oberammergau weiter nach Saulgrub. Hier
biege ich auf die Staatsstraße nach Murnau am Staffelsee ab. Der letzte
Tourabschnitt zurück zum Ausgangspunkt nach Penzberg bietet teilweise noch ein
paar schöne Kurven.






















