Motorradtour durch die Kantone Bern und Wallis (Schweiz)

Sustenpass, Grimselpass, Nufenenpass, Furkapass und Tremola

 

Bewertung

Bewertung

Tourlänge: ~ 290 km
Reine Fahrzeit: ca. 5 Std.

Stand: Juli 2008

Herrliche Pässetour mit grandiosen Aussichten und Fahrspaß pur.

Weitere Tourbilder

Teufelsbrücke
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Sustenpass
Sustenpasshöhe  Vergrößern
Engstlenalp
Engstlenalp  Vergrößern
Engtal
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Passhöhe Grimselpass
Passhöhe am Grimsel  Vergrößern
Grimselpass
Grimselpass Südrampe mit Blick auf den Furka  Vergrößern
Nufenen
Westrampe Nufenen  Vergrößern
Ostrampe am Nufenenpass
Artgerechte Haltung  Vergrößern
Grimselpass
Südrampe Grimselpass  Vergrößern
Airolo
Blick auf Airolo und ins Valle Leventina   Vergrößern

Eine Motorradtour ab Andermatt über den Sustenpass, Grimselpass, Nufenenpass, Furkapass und die legendäre Tremola am Sankt-Gotthard-Pass

Sustenpass
Ostrampe Sustenpass Vergrößern
Engtal
Im Engtal Vergrößern

Ich verlasse Andermatt nordwärts und passiere kurz darauf die Teufelsbrücke. Über Göschenen komme ich auf der Gotthardstraße nach Wassen. Hier biege ich links auf die Sustenstraße ab und nehme Kurs auf den Pass. Mit maximal neun Prozent Steigung windet sich die Passstraße durch das Meiental langsam nach oben. Immer wieder begeistern mich die fantastischen Aussichten in die steinige und vergletscherte Bergwelt bis hin zum Gotthardpass. Die eigentliche Passhöhe durchquere ich dann auf 2224 m Höhe in einem Scheiteltunnel. Mit ebenfalls neun Prozent Gefälle geht es die Serpentinen hinunter ins Berner Oberland. Kurz vor Innertkirchen weckt ein kleiner Abzweig Richtung Norden meine Neugier und ich folge der engen Straße zur Alp Engtal. Hier verlangt dann ein Schweizer Lausbub (dem Geissenpeter nicht unähnlich) von mir acht SFR Maut. Da mein Glaube in die Schweizer Ehrlichkeit bisher noch nicht ernsthaft auf die Probe gestellt wurde bezahle ich brav und trolle mich Richtung Engstlenalp, dem oberen Ende des Tals. Links und rechts der Straße weiden zahlreiche Milchlieferanten, während ich versuche, auf dem schmalen Teerband nicht durch deren Hinterlassenschaften zu fahren. Am oberen Talende bei Engstlenalp führt ein Fußweg zum See. Auf den sattgrünen Berghängen haben Hundertschaften von Kühen ihr sommerliches Zuhause gefunden. Als der Blick auf den See frei wird, denke ich hier auf 1837 m Höhe die Mutter aller Postkartenidylle gefunden zu haben. Die Luft ist geschwängert von lautem Kuhglockengebimmel und ich setze mich erst mal ins Gras um diesen herrlichen Anblick zu genießen.

Engstlensee
Engstlensee Vergrößern

Entspannt komme ich wieder zurück zu meinem Moped und begutachte die auf meinem Windschild aufgeklebte Quittung vom Geissenpeter. Quittiert wird hierauf allerdings ein Betrag von vier SFR. Kein Problem – schließlich sieht man sich bekanntlich immer zwei Mal im Leben. Ich fahre die enge Mautstraße wieder hinunter und treffe Geissenpeter beim Essen an. Ich unterbreche seinen Appetit und nach einem kurzen Gespräch erhalte ich vier Franken zurück. Natürlich entschuldigt er sich auch brav für sein „Versehen“.

Grimselpass
Totensee am Grimsel Vergrößern
Nufenenpass
Ostrampe Nufenen  Vergrößern

Kurz darauf erreiche ich wieder die Sustenstraße und fahre kurvig hinunter nach Innertkirchen. Hier biege ich südwärts in Richtung Grimselpass ab. Nach ungefähr zwei Kilometer beginnt die Steigung zur Passhöhe. Durch das Haslital führt die Straße hinauf nach Guttanen und Handegg. Mit der steilsten Standseilbahn der Welt kann man von Handegg hinauf zum Gelmersee gebracht werden. Die Baumgrenze ist längst passiert und zahlreiche Kehren führen hinauf zur Passhöhe, wo sich insgesamt vier Stauseen befinden. Die Abfahrt auf der sehr gut ausgebauten Serpentinenkonstruktion der Südrampe führt hinunter nach Gletsch. Hier biege ich rechts ab und mache mich auf den Weg zum Nufenenpass. Kurvig führt die Strecke hinunter nach Oberwald. Nach weiteren fünf Kilometern erreiche ich Ulrichen, den Einstieg zum Nufenenpass. Die 37 km lange Passstraße verbindet den Kanton Wallis mit dem Kanton Tessin und wurde erst im Jahre 1964 erbaut. Die Passhöhe liegt auf ca. 2478 m Höhe. Somit ist der Nufenen die höchste innerschweizerische Alpenüberfahrt. Gleich ab Ulrichen führen ein paar schöne Serpentinen hinauf auf eine Hochebene. Hier oben verläuft die Strecke für ca. zwei Kilometer ziemlich geradlinig, teilweise geht es sogar wieder leicht bergab. Anschließend winden sich wieder zahllose Kehren hinauf zur Passhöhe. Nach Erreichen der Passhöhe geht es gleich wieder kurvig talwärts. Zunächst bietet die östliche Abfahrt des Nufenen einige angenehm zu fahrende Kehren, bevor längere Geraden über Bedretto, durch grüne Berghänge hindurch, nach Airolo führen.

Tremola
Tremola Vergrößern
Sankt Gotthard
Hospiz am St. Gotthard  Vergrößern

Hier in Airolo, noch im Tessin, liegt er dann vor mir, der Sankt-Gotthard-Pass. Der Pass war schon immer eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen. Neben der Überquerung mit der Eisenbahn gibt es noch drei verschiedene Möglichkeiten den Gotthard zu überqueren: Den Autobahntunnel, die Bundesstraße (Kantonsstraße) und natürlich die Tremola, die alte, kopfsteingepflasterte Poststraße durch das Val Tremola. Unnötig zu erwähnen für welche Alternative ich mich entschieden habe. Gleich nach Airolo beginnt die kurvige Auffahrt auf Kopfsteinpflaster, wobei die ersten Kurven bei Motto Bartola noch geteert sind. Kurz darauf beginnt der eigentliche Spaß auf den gemauerten Serpentinen der Tremola. Auch heute noch verkehren zwischen Airolo und Andermatt historische Postkutschen und Touristen können dieses legendäre Baudenkmal auch ganz bequem erleben. Deshalb kann man nach einer Kehre schon mal völlig unvermittelt in zwei Paare dunkelbrauner Pferdeaugen blicken. Oben an der Passhöhe findet man das Hospiz und ein Museum am Lago Della Piazza. Wenige Kilometer nach der Passhöhe mündet die alte Passstraße in die Kantonsstraße 2 nach Hospental.

Die bisher beschriebene Runde hat eine Länge von ca. 185 km und man benötigt knapp 3 1/2 Stunden Zeit. Im Zentrum dieser Pässerundfahrt liegt der Furkapass, der natürlich auch noch befahren werden muss. Zwangsläufig wird danach ein Teil der Route doppelt befahren, aber es gibt wirklich Schlimmeres im Leben.

Furkapass
Ostrampe Furkapass Vergrößern
Furkapass
Hotel Belvédère und Rhônegletscher  Vergrößern

In Hospental biege ich links auf die Furkastraße ab. Zwischen Realp und Tiefenbach bietet die östliche Auffahrt zum Pass gleich ein paar schöne Serpentinen. Anschließend geht die Straße in eine Ebene über und wird zur Kammstraße. Wenig später erreiche ich die Passhöhe und schon geht es über gut ausgebaute Kehren hinunter zum Hotel Belvédère und vorbei am Rhônegletscher. Besondere Vorsicht ist hier wegen wirr umher laufenden Touristen angebracht. Bei einem Cappu lässt sich die fantastische Aussicht am Hotel wunderbar genießen. Nach dem Hotel führt der Weg über ein paar weitere Kehren hinunter nach Gletsch. Die Fahrt über den Furka macht richtig Spaß und bietet vor allem grandiose Aussichten, insbesondere auf die benachbarten Pässe.

Furkapass und Grimselpass
Westrampe Furkapass mit Blick auf den Grimselpass im Hintergrund Vergrößern

Furkapass
Ostrampe Furkapass Vergrößern
Grimselpass
Blick auf den Grimselpass  Vergrößern

In Gletsch biege ich links nach Ulrichen ab um die Fahrt über den Nufenenpass ein zweites Mal zu genießen. Ein sehr angenehmer Flashback, der nicht auf eine posttraumatische Belastungsstörung sonder auf reinen „Spaß an der Freud“ zurückzuführen ist. In Airolo suche ich dieses Mal den Weg auf der Kantonsstraße 2 über den Gotthard. Natürlich ist die Fahrt nicht so spektakulär wie über die Tremola, aber deswegen nicht weniger schön. Denn nur von der Kantonsstraße lässt sich die Tremola in all ihrer Größe und Schönheit ausgiebig bewundern. Die letzten Kilometer über Hospental bringen mich auf der heute schon gefahrenen Route wieder zurück nach Andermatt.
 

Panorama Tremola
Die legendäre, kopfsteingepflasterte Tremola Vergrößern

Karte zur Tour


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